Eine Drohne mieten

Ich bin in die Luft gegangen, naja, zumindest in virtueller Form am Bildschirm. Zusammen mit Marco und Gunnar habe ich mir eine Drohne bzw. korrekterweise einen Multikopter gemietet. Laufen tut das ganze über Ottonow. Es handelt sich um die Phantom 3 Professional von DJI. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bis zu Gunnars Vorschlag gar nicht viel von der ganzen Geschichte gehalten habe. Klar waren mir die surrenden Dinger über unseren Köpfen bekannt, aber ich war bis dato nie sonderlich interessiert an dem Thema. Zudem sind diese Gerätschaften in der Gesellschaft ja teilweise auch negativ besetzt.

90 Grad Aufnahme
Die Kamera lässt sich stufenlos nach unten schwenken und ermöglicht so nochmal andere Perspektiven.

Hörensagen

Bei meinen Eltern in der Nachbarschaft stand eines Nachts während einer Gartenparty plötzlich so ein Teil über dem Zelt. Niemand wusste wo es her kam, niemand wusste wohin es will. Das solches Verhalten mit derlei Gerät vollkommen inakzeptabel ist, muss ich nicht erwähnen. Durch diese Geschichte und vielmehr durch grundsätzliches Desinteresse hatte mich das Thema aber bisher weiterhin nicht bewegt. Bis zu dem Abend als ich das erste Mal das Ruder in der Hand hatte.

Luftbild Apensen
Apensen vom nordöstlichen Ortsausgang gesehen.

Ritt der Walküre

Auf einer ausreichend großen freien Fläche abseits von Wohngrundstücken richteten wir das Gefährt für seinen Jungfernflug her. Zu Wagners „Ritt der Walküre“ ging es dann zum ersten Mal in die Lüfte und nach ein paar Minuten bekam ich das Steuer in die Hand. Das war der Zeitpunkt an dem es um mich geschehen war. Modellautos und -boote bin ich zwar früher auch schon gefahren, aber etwas fliegendes hatte ich bis dato nie gesteuert. Ein paar Mal ging es hin und her, bloß nicht zu weit weg. Erstmal mit der Steuerung vertraut machen. Ein paar Fotos und Videos hier und da (um dann am Ende zu merken das die Schutzfolie noch auf der Kamera war.)

Luftbild Apensen
Eine weitere Aufnahme vom nordöstlichen Ortsausgang Richtung Dorfmitte.

Drohne ohne Folie

Der zweite Flugtag (ohne Schutzfolie) führte uns dann zum Litberg bei Sauensiek. Bei bestem Wetter konnten wir aus den maximal erlaubten 100 Metern Höhe ein paar schöne Einblicke von der Umgebung einfangen. Spätestens beim Betrachten der Bilder zuhause war ich dann überzeugt. Die Perspektive ist einfach etwas ganz besonderes, dafür brauchte man vor einiger Zeit noch Hubschrauber oder Flugzeuge. Und Videos kann „der Gerät“ ja auch noch… ein amateurhaftes Beispiel gefällig?

 

Luftbild Richtung Beckdorf
Die Baumreihe links in der Mitte markiert die Straße von Sauensiek nach Beckdorf, welches in der rechten Bildmitte liegt.
Luftbild Sauensiek
Sauensiek vom Litberg aus gesehen.

Schlusswort

Ohne jetzt eine Predigt halten zu wollen, ein Drohnen- bzw. Kopterpilot muss sich eben auch an gewisse Gesetze halten. Dank der neuen Drohnenverordnung scheint es zunächst gar nicht so schwierig zu sein,  jedoch muss man sich immer mit den lokalen Gegebenheiten auseinandersetzen. Unter anderem ist die direkte Umgebung  von Krankenhäusern mit Heli-Landeplatz, Bundes(wasser)straßen, Bahnstrecken und Naturschutzgebieten sowie natürlich von Flugplätzen tabu. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat einen relativ einfachen Entscheidungsbaum veröffentlicht. Findet man sich dort wieder, weiß man schnell woran man ist. Falls nicht, muss man tiefer in die Materie einsteigen, was für einen Artikel hier aber zu weit führen würde. Ein weiterer hilfreicher Anhaltspunkt, den ich gefunden habe, ist z.B. map2fly.

Aerial photo of Apensen
Panorama aus 3 Einzelaufnahmen.