Im Herbst im Harz: Die Roßtrappe und das Bodetal

Auf dem Weg ins Bodetal

Nachdem uns die Sonne auf der Teufelsmauer am Vorabend im Stich gelassen hatte, wollten wir sie auf der Roßtrappe im Bodetal einfangen. Als wir früh morgens nach Thale aufbrachen sah der Himmel vielversprechend aus. Und schon genau an diesem Punkt werden wahrscheinlich viele erfahrene Landschaftsfotografen sagen: „Zu spät!“. Leider wahr. Das folgende Foto (vom Handy während der Fahrt) zeigt die von unten angestrahlte Wolkendecke auf der Hinfahrt aus dem Auto.

Wolkenhimmel im Sonnenaufgang
Die Wolkendecke auf der Hinfahrt sah noch vielversprechend aus. Foto: Stephanie Richter

Dieses Schauspiel war natürlich pünktlich zur Ankunft auf der Klippe vorbei. Ich konnte gerade noch die ersten/letzten Sonnenstrahlen auf den entfernten Baumwipfeln einfangen bevor sich die Wolken vor die Sonne schoben. Wären wir nur eine halbe Stunde früher losgefahren, hätte ich diese wunderbaren Wolken mit auf dem Bild haben können. Aber „Hätte, hätte, Fahrradkette…“

Sonnenstrahlen auf dem Wald
Kurz nach der Ankunft beschien die Sonne die hinteren Baumwipfel im Bodetal.
Bodetal mit Wolkendecke
Das Schauspiel währte allerdings nur kurz. Wie am Vorabend verschwand die Sonne hinter der Wolkendecke und legte diffuses Licht über das Tal.

Die Roßtrappe

So früh morgens ist auf der Roßtrappe zum Glück noch nicht viel los. Am direkt dahinter liegenden Hotel kamen uns ein paar Mitarbeiter entgegen aber sonst hatten wir die Klippen für uns. Der Wind pfiff ganz schön, aber dagegen waren wir gewappnet. Die Roßtrappe hat ihren Namen von einer Sage. In der Geschichte flüchtet Brunhilde vor dem Riesen auf einem Pferd, dem Roß, das diesen Hufabdruck hinterlassen hat. Was man auf dem Bild nicht sieht, der Abdruck ist von drei Seiten mit einem Metallgeländer umzäunt. Das macht das Fotografieren nicht gerade einfacher.

Der Fußabdruck auf der Roßtrappe
Der Hufabdruck wird scheinbar auch als Glücksbrunnen genutzt.

Das Bodetal

Mit der Kurtaxe die bei Übernachtungen im Harz zu entrichten ist, ist unter anderem ein Busticket enthalten. Mit diesem Ticket lassen sich prima „Einweg“-Wanderungen planen da der Hin- bzw. Rückweg mit dem Bus zurückgelegt werden kann. Wir entschieden uns nach einem gemütlichen Frühstück in Thale den Bus nach Treseburg zu nehmen um entlang der Bode zurück zum Auto in Thale zu wandern.

Langzeitbelichtung der Bode
An vielen Stellen kann man ein paar Schritte abseits des Weges direkt an den Fluss hinuntersteigen. Doch hier ist Vorsicht geboten, die nassen Steine sind mit Moos und Algen bedeckt und sehr rutschig.
Findling in der Bode
Um dem Wasser ein bisschen Dynamik zu verleihen und es fließend darzustellen habe ich die Belichtungszeit auf 1-2 Sekunden angehoben.
Die Bode mit Blätterdach
In vielen Artikeln und Blogs wird empfohlen das Bodetal im frühen Morgen zu durchwandern. Mit Glück hat man dann Morgennebel und eine noch schönere Lichtstimmung über dem Fluss.

Seifenblasen auf der Bode

Kurz vor dem Ende unserer Wanderung entlang der Bode von Treseburg nach Thale kamen wir an der Deutschen Jugendherberge in Thale vorbei. Sie liegt idyllisch direkt am Fluss, nur der Fußweg trennt sie vom Wasser. Gerade als wir sie passierten, machten einige jugendliche Bewohner große Seifenblasen von einer Brücke aus. Mit dem Rücken zur Herberge stehend spiegelte sich selbige in den Seifenblasen. Die ersten Herbstblätter auf der Wasseroberfläche bildeten einen schönen Hintergrund.

Seifenblasen auf der Bode
Manchmal kommt einem der Zufall zur Hilfe und der Herbst wird noch ein bisschen bunter. Die Gäste der Jugendherberge an der Bode zauberten Seifenblasen auf den Fluss.
Drei Seifenblasen
Sobald die Seifenblasen die Wasseroberfläche berühren, tanzen sie für ein paar Sekunden darauf. Die großen Exemplare verbinden sich durch das Eigengewicht sofort mit ihr.
Herbstfarben über der Bode
Das Artikelbild: Beim Gasthaus „Königsruhe“ im Bodetal unterhalb der Roßtrappe führt eine Brücke über den Fluss. Der Blick hinunter auf die tief hängenden Zweige gefiel mir irgendwie.