Neues Objektiv: Sigma 50mm F1,4 DG HSM

Das erste neue Objektiv

Ein lichtstarkes 50mm Objektiv gehört bei vielen Fotografen zur Grundausstattung. Prädestiniert sind diese Festbrennweiten für (Portrait-)Aufnahmen bei wenig Licht und bieten die Möglichkeit das Motiv sehr gut freizustellen. Da ich damals mit einem Kitobjektiv (18-55mm) gestartet bin, war schnell der Wunsch nach mehr Freistellung und Lichtstärke aufgekommen. Somit war das erste zusätzliche Objektiv das 50mm f1.4 von Canon. Das war günstiger als das damalige Model von Sigma und hatte auch keine Probleme mit dem Autofokus, die bei dem Model von Sigma teilweise auftraten. Die Bildqualität und das  Bokeh (die Unschärfe im Hintergrund) waren aber schon damals für mein Empfinden bei Sigma besser, ich wollte jedoch auf der sicheren Seite sein. Durch die vorherige Recherche im Internet war mir bereits klar, dass das Objektiv von Canon bei Blende 1.4 nicht die perfekte Schärfe bietet. Man muss schon auf Blende 2.8 abblenden, damit es knackscharf ist. Aber das reichte mir erstmal und mir hat das Objektiv auch bis zuletzt sehr gute Dienste geleistet.

ISO 100 - f1.8 - 1/640
ISO 100 – f1.8 – 1/640

Der Wunsch nach mehr

Aber wie das immer so ist, irgendwann ändern sich die Ansichten, Wünschen und dann kommt vielleicht die eine passende Gelegenheit dazu. Schon vor einiger Zeit (2014) hat Sigma neue Objektive auf den Markt gebracht, die sogenannte ART Serie. Darunter ist auch eine neue 50mm Festbrennweite, dessen Testbilder im Internet mich quasi von Anfang an begeisterten. Das Objektiv ist selbst bei Offenblende schon sehr scharf und verbessert sich bis Blende 5.6 noch weiter. Endlich konnte man Blende 1.4 wählen und auch damit arbeiten ohne im Lightroom nachträglich großartig an der Schärfe drehen zu müssen. Ich habe das 50mm von Canon natürlich auch bei Blende 1.4 verwendet, aber ohne nachträgliche Bearbeitung wollte man so ein Bild nicht rausgeben. Lange verweilte das Sigma auf meinen Wunschzetteln und Beobachtungslisten, dann kam ein günstiges Angebot ins Spiel und das Objektiv fand den Weg zu mir nach Hause.

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Ergebnisse

Ich kann mich dem allgemeinen Tenor im Internet nur anschließen, ich liebe es. Nicht nur, dass die Schärfe bei Offenblende super ist, auch Chromatische Abberation tritt viel weniger auf. Alle Bilder, bis auf die folgenden zwei in diesem Artikel sind mit dem neuen Sigma entstanden. Auf den Bildern sieht man die gleichen Bildausschnitte links vom Canon, rechts vom Sigma. Auch der Hintergrund ist beim neuen Sigma nicht mehr so unruhig, wie ihn das 50er Canon zeichnet. Aber seht selbst.

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Für den Einstieg

Da ich mir durchaus bewusst bin, dass nicht jeder soviel Geld in Objektive investieren kann oder möchte, würde ich hier gerne eine kleine Empfehlung für Einsteiger aussprechen. Canon besitzt in seinem Sortiment auch ein 50mm f1.8 Objektiv. Es wird oft als „Joghurtbecher“ bezeichnet, da seine Ummantelung aus Plastik besteht. Das hat auf seine Abbildungsleistung aber natürlich keinen Einfluss. Da das Objektiv mit ca. 100€ sehr viel günstiger als das Sigma ist, würde ich dazu raten, mit dem Canon 50mm 1.8er einzusteigen. Ein Upgrade auf das Sigma oder andere höherpreisige Modele ist später immer möglich. So hat man für ca. 100€ die Möglichkeit auch erstmal zu schauen ob man ohne Zoom zurecht kommt und ob die 50mm einem liegen.

 

ISO 200 - f1.4 - 1/800
ISO 200 – f1.4 – 1/800